LRS

Rechtschreibprobleme/Legasthenie erfassen

Um frühzeitig die Rechtschreibprobleme unserer jüngsten Schülerinnen und Schüler zu erfassen, wird durch die Deutschlehrkraft in allen 5. Klassen ein standardisierter Rechtschreibtest durchgeführt. Auf der Grundlage dieses Ergebnisses, dem Rat von Lehrkräften oder auch auf Elternwunsch kann das Kind dann an der offiziellen LRS-Testung, die in der Regel einmal im Jahr durchgeführt wird, teilnehmen.

W. Becker
Orientierungsstufenleiterin und Legastheniebeauftragte der KKS

 

 

Elternbrief zum Thema LRS

Sehr geehrte Eltern,

 

diese Seite ist für alle gedacht, die sich mit dem Thema LRS auseinandersetzen müssen oder wollen.

 

Der Erlass zur Lese-Rechtschreib-Schwäche vom 3. Juni 2013 differenziert nicht zwischen „Legasthenikern“ und Lese-Rechtschreibschwachen Kindern. Beiden gemeinsam ist eine überdurchschnittlich hohe Fehlerquote bei der Rechtschreibung. Manchen Kindern fällt zudem das Lesen schwer, andere verschlingen trotz LRS ihre Bücher. Einige Kinder haben es gerade in den Fremdsprachen schwer, bei anderen macht sich die Schwäche dort kaum bemerkbar. Es gibt LRS-Kinder, die sehr gerne Texte schreiben, und andere, für die jedes geschriebene Wort eine große Mühe darstellt.

So unterschiedlich wie die Ausprägung bei einzelnen Kindern ist, so individuell sollte auch ihre Förderung sein. Die Schule berücksichtigt dies gemäß Erlass und im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Im Folgenden möchte ich Ihnen ein paar Tipps geben, wie Sie Ihr Kind bei seinem Lernen zuhause unterstützen können.

 

  • Kontinuierliches Üben: Üben Sie mit Ihrem Kind lieber vier- bis fünfmal die Woche kurze Einheiten von 15-20 Minuten, anstatt einmal in der Woche zwei Stunden zu üben. Setzen Sie diese Übungsphase immer an dieselbe Stelle beim Abarbeiten der Hausaufgaben (z.B. an den Anfang).
  • Führen Sie ein kleines Belohnungssystem für das regelmäßige Üben ein.
  • Bei noch stark vorhandener Schwäche arbeiten Sie an einem Thema (z.B. Großschreibung, Endungen)
  • Bei einer Restschwäche/Restsymtomatik können Sie gezielt an den noch häufig bestehenden Fehlern arbeiten (z.B. …,dass) und/oder zur Übung Alltagstexte hinzuziehen, in denen mehrere Regeln auf einmal beachtet werden müssen.
  • Mut machen: Jeder, der mit dem Thema LRS vertraut ist, weiß, dass es Phasen gibt, in denen es gut läuft, und Phasen, in denen man daran zweifelt, was vom Üben eigentlich übrig geblieben ist. Was in einem Text klappt, klappt nicht automatisch beim nächsten Text. Legastheniker/innen, rechtschreibschwache Kinder und ihre Eltern brauchen bei vermehrtem Arbeitseinsatz im Vergleich zu anderen Familien einen langen, oft über mehrere Jahre andauernden Atem bei der Einübung der Rechtschreibung. In dieser Zeit ist es nicht zu unterschätzen, den Kindern immer wieder Mut zu machen und so „natürlich“ wie möglich mit der Schwäche umzugehen.
  • Lesen! Lesen! Lesen! Achten Sie darauf, dass die Schriftgröße des Textes vom Kind als „angenehm“ empfunden wird. Die Lektüre sollte nicht zu schwer sein. Vorsicht bei Texten, die aus dem Englischen übersetzt worden sind; Namen, Ortsnamen usw. werden oft trotz der Übersetzung beibehalten, bereiten beim Lesen Probleme und entmutigen (z.B. „Hogwarts“).
  • Einige Kinder haben Spaß daran, Texte am Computer zu schreiben, und lernen durch die automatische Rechtschreibprüfung „nebenbei“ auf die Rechtschreibung zu achten.  
  • Die Seiten von Übungsheften oder Übungsmaterial sollten übersichtlich und klar gegliedert sein. Viele gut gemeinte Illustrationen, verschiedene Schriftarten lenken das Kind zusätzlich ab.
  • Lassen Sie ihr Kind mal die Schreibutensilien wechseln (z.B. weicher Bleistift, Tintenroller), probieren Sie verschiedene Lineaturen aus oder lassen Sie Ihr Kind nur jede zweite Zeile auf einer Heftseite beschreiben.
  • Abschreiben fällt schwer! Häufig bekommen Kinder lieber etwas diktiert, als dass sie Texte abschreiben. Hier können Sie den Kindern vorübergehend entgegenkommen.
  • Achten Sie darauf, dass das Kind beim Schreiben die Silben eines Wortes leise mitspricht/mitdenkt. Beim Lesen kann ein Finger unter das zu lesende Wort gelegt
  • Vermeiden Sie das stupide Ausfüllen von Lückentexten, in denen oft nur Buchstaben eingesetzt werden müssen. Wenn das Kind die Worte nicht ganz schreibt, helfen diese Übungen meiner Erfahrung nach wenig.
  • Üben Sie die Zeichensetzung zunächst an vorgegebenen Texten ein (nicht gleichzeitig einen Satz schreiben lassen und die Kommas setzen lassen).
  • Suchen Sie externe Hilfe: Oft entspannt eine qualifizierte und zeitlich begrenzte Förderung von außen die Familiensituation und gibt noch einmal neue Anstöße.

 

 

Literatur:

Im Handel gibt es eine Vielzahl von Übungsheften und Ratgebern. Hier wird nur eine kleine Auswahl genannt.  

 

Für Kinder der Klassen 5/6:

  • Hackethal, R: 10 Schritte zur Rechtschreibung (Hier finden Sie Tipps zur häuslichen Arbeit)
  • FRESCH Programm, AOL
  • Kremer, U. (2002) Legasthenie täglich begleiten. Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie Schleswig-Holstein e.V:.
  • Horch-Enzian, U.: Individuelle Förderung bei LRS, 4-7. Schuljahr, Basistraining (Paderborn 2008) (Anfängerschwierigkeiten!)

 

Weiterführende Übungshefte/-bücher

  • Kirchhoff, A., Kirchhoff, I.: Rechtschreibung üben, für verschiedene Klassenstufen erhältlich (Paderborn 2006) (Nicht speziell für Legasthenie geeignet)
  • Dauth,A., Rusnok, T-L.: Rechtschreiben, Lern-und Übungsheft, für verschiedene Jahrgänge erhältlich (Berlin 2012) (Nicht speziell für Legasthenie geeignet)

 

 

Für Ihre Fragen und eine Beratung stehe ich gern zur Verfügung.

 W. Becker,
Orientierungsstufenleitung und Legastheniebeauftrage

Neuer LRS-Erlass von 2013

Mit dem 1.8. 2013 ist der überarbeitete LRS-Erlass in Kraft getreten. Er enthält jetzt auch für die Sekundarstufe II Bestimmungen zum Umgang mit LRS.
Den Erlass im Wortlaut finden sie hier.

 

Im Einzelnen bedeutet dies

  • Seit dem 1.8.2013 gibt es in der Oberstufe Notenschutz in Form von zurückhaltender Gewichtung, wenn alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
  • Es hat zum Ende der Sek I eine förmliche Feststellung der LRS gegeben.
  • Es liegt für die Sek II ein Antrag auf Berücksichtigung dieser LRS vor.
  • Die Klassenkonferenz hat keine mindestens mit „ausreichend“ zu bewertenden Rechtschreibleistungen über einen Zeitraum von mehr als einem halben Schuljahr festgestellt.

 

Konsequenzen:

  1. Schülerinnen oder Schülern ist auf Antrag hin Notenschutz in Form „zurückhaltender Gewichtung“ zu gewähren.
  2. Die „zurückhaltende Gewichtung“ erfolgt bei Antrag im Fach Deutsch und in den Fremdsprachen. In allen anderen Fächern wird von der Regelung zum Punktabzug gemäß §12 Absatz 2 OAPVO kein Gebrauch gemacht.
  3. In allen Halbjahreszeugnissen (E und Q), in denen Leistungen mit zurückhaltender Gewichtung der Rechtschreibleistung gem. LRS-Erlass verzeichnet werden, lautet ein Zeugnisvermerk „Die Rechtschreibleistungen entsprechen nicht den Anforderungen; sie sind in den Fachnoten zurückhaltend gewichtet.
  4. Der Vermerk erscheint im Abiturzeugnis, sofern in einem Zeugnis der Qualifikationsphase Leistungen mit zurückhaltender Gewichtung der Rechtschreibleistung gem. LRS-Erlass verzeichnet worden sind.
  5. Der Zeugnisvermerk erfolgt auch dann, wenn der Antrag im Verlauf der Oberstufe wieder zurückgenommen wird. Das gilt insbesondere für das Abiturzeugnis. Wird auch nur einmalig die Rechtschreibleistung in einer Arbeit in der Qualifikationsphase zurückhaltend gewichtet, steht der Zeugnisvermerk in dem entsprechenden Halbjahreszeugnis und auch im Abiturzeugnis!
  6. Volljährige Schülerinnen und Schüler können einen bestehenden Antrag, der von den Eltern gestellt wurde, selbstständig zurücknehmen. Der Vermerk erfolgt dennoch.

 

Die Formblätter für Anträge sind bei Frau Wischtukat (Oberstufenleiterin) erhältlich.

   

W. Becker, 8.10.13